Ernährung nach den fünf Elementen

Die traditionelle chinesische Medizin hat sich über Jahrtausende entwickelt und im letzten Jahrhundert  den Vormarsch in die westliche Welt geschafft. Nebst Akupunktur, Arzneimitteltherapie, Tui Na und QiGong ist die Ernährung eine wichtige, grundlegende Säule der fünf Behandlungsformen der TCM. Hier findest du die wichtigsten Grundlagen im Zusammenhang mit der Ernährung. 

Yin & Yang

Im dualistischen Yin und Yang-Prinzip zeigt sich das chinesische Verständnis für Gesundheit. Alles ist stets im Wandel. Befindet sich Yin und Yang im Gleichgewicht, bedeutet dies Gesundheit, innere Ruhe und Vitalität. 

Yin steht für Lebenssaft. Es befähigt, sich zu entspannen, spendet einen erholsamen Schlaf, gute Nerven, Gelassenheit und Geduld. Ein gesundes Yin bedingt das ausreichende Vorhanden sein der drei Yin-Faktoren Körpersäfte, Blut und Substanz um den Organismus zu kühlen, zu befeuchten und zu nähren. 

Yang steht für Lebenskraft. Der Körper ist leistungsstark und dynamisch, das Immunsystem intakt. Eine kraftvolle Verdauung sorgt für gute Auswertung der Nahrung, dies zeigt sich zum Beispiel am Ausbleiben von Blähungen, Völlegefühl und Müdigkeit nach dem Essen. Ausserdem sorgt ein starkes Yang für Konzentration, Willenskraft, Antrieb, Motivation und Lebensfreude. Daraus schöpfen wir Kraft und Klarheit, unser Leben zu meistern. 

Qi

Das Qi stellt die alles erfüllende Energie um und in uns dar. Die Natur mit all ihren Wesen und Stoffen und der Mensch werden von der Urkraft des Qi umhüllt und erfüllt und sind damit verbunden. Im gesunden Organismus fliesst das Qi ungehindert und spendet Energie, verbindet, verteilt, bewegt und wärmt. 

Diagnostische Methode nach TCM 

Uns etwas ungewohnt anmutend ist die diagnostische Methode in der traditionellen chinesischen Medizin. Schubladen für irgendwelche Krankheiten sucht man vergebens. Anstelle gibt es Yin und Yang, Mangel- und Fülle-Zustände, Hitze und Kälte, Feuchtigkeit und Trockenheit oder auch Stagnation. Was auf den ersten Blick sehr simpel erscheinen mag, kann in der Praxis zu sehr komplexen Gebilden führen, die das Ungleichgewicht des Klienten exakt beschreiben, sodass eine sozusagen massgeschneiderte Diagnose gebildet werden kann. 

Bekömmlichkeit, thermische Wirkung, Elemente

In der Ernährung nach traditioneller chinesischer Medizin kennt man keine Vitamine und Mineralstoffe, kein Kalorien zählen oder grundsätzliche Verbote. Die Grundpfeiler für eine zuträgliche Ernährung laut TCM sind: 

Bekömmlichkeit 

Nährstoffe können vom Körper nur zureichend aufgenommen werden, wenn die Verdauung ihrer Arbeit ungehindert nachgehen kann. Eine wichtige Grundlage dieser Ernährungsform besteht deshalb darin, vermehrt gekochte Nahrung zu sich zu nehmen. Allgemein wird immer darauf abgezielt, das Gericht so bekömmlich wie möglich, und der Konstitution angepasst zu kreieren.  Das kann unter anderem mit der thermischen Wirkung oder der den Elementen zugeordneten Lebensmitteln gesteuert werden. 

Thermische Wirkung 

Jedes Lebensmittel, das wir zu uns nehmen, hat eine thermische Wirkung von kalt, kühlend, neutral bis wärmend oder heiss. Damit kann man spielerisch variieren und zum Beispiel stark kühlende Lebensmittel mit wärmenden Gewürzen bekömmlicher machen. Ausserdem ist es vereinfacht gesagt verständlich, dass man einem „Heissblüter“ keine stark erhitzende Nahrung empfiehlt. Genau so wie das „Gfröhrli“ mit kalten Lebensmitteln keine Wärme generieren kann. Diese Auflistung bildet nur ein simples Grundverständnis, das jedoch schon viel bewirken kann. 

Elemente 

Nebst der thermischen Wirkung ist jedem Lebensmittel ein Element mit der entsprechenden Geschmacksrichtung zugeteilt. Diese beeinflussen den Körper je nach Geschmack anders. Die folgenden Angaben zur Wirkung gehen immer von einem ausgewogenen, moderaten Konsum aus. Alle einseitigen oder übertriebenen Einnahmen führen zu einem Ungleichgewicht. 

Holz - sauer 

Sauer wirkt zusammenziehend

Beisse mal in eine Zitrone und schau in den Spiegel… gesehen? ;) Diese Eigenschaft kann man zum Beispiel nutzen, um den Körper im Hochsommer vor Säfteverlust (starkes Schwitzen) zu bewahren. 

Wer jedoch bereits unter Ödemen leidet, sollte vorsichtig mit dem sauren Geschmack umgehen. 

Feuer - bitter

Bitter wirkt absenkend 

Deshalb haben beispielsweise Bitter-Tropfen eine verdauungsfördernde Wirkung. 

Bitter kann jedoch auch austrocknend wirken, was z.B. besonders bei Kaffee, Schwarz- oder Grüntee der Fall ist. 

Erde - süss

Süss wirkt harmonisierend, baut Qi auf und befeuchtet 

Die Mutter aller Geschmacksrichtungen ist sehr nährend. Sie bildet die Grundlage der Ernährung und beinhaltet den grössten Anteil an Lebensmitteln. 

Dabei ist jedoch die Süsse von z.B. Karotten oder Getreide, nicht von weissem Zucker und Co. gemeint! 

Metall - scharf 

Scharf wirkt zerstreuend 

Mit Hilfe von scharfen Lebensmitteln können eindringende, krankmachende Faktoren vertrieben und Stagnationen gelöst werden. 

Zu scharfes Essen wirkt jedoch stark erhitzend und kann die guten Säfte austrocknen. 

Wasser - salzig

Salzig wirkt aufweichend 

Wegen der lösenden Wirkung bei Blockaden werden Meeresalgen in vielen asiatischen Länder zur Vorbeugung und Behandlung von Tumoren eingesetzt. 

Problematisch hingegen ist raffiniertes Kochsalz, da es die Körpersäfte austrocknet. 

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